Rezension "Seitensprung auf Anweisung"

  • Titel: Seitensprung auf Anweisung 
  • Autorin: Jana Stolberg
  • Format: mobi-Datei
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 198 Seiten
  • Verlag: bookshouse (Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • Genre: Liebesroman
  • Preis: 1,99€ (eBook) 10,99€ (P-Book)

 Konsequent inkonsequent findet Gesina, Anfang dreißig und Mutter eines vierjährigen Sohnes, ihren Plan – und schreitet mit viel Mut, Witz und Charme zur Tat. Statt ihre inzwischen zu einer lahmen Pflichtveranstaltung gewordene Beziehung mit Workaholic Dirk in der Elbe zu versenken, drängt sie ihn zu einer Affäre mit einer anderen Frau. Doch hat wirklich Dirk die Abwechslung nötig? Schnell stellt Gesina fest, dass alles viel komplizierter ist, als sie es sich vorgestellt hatte. Ergeht es ihr am Ende wie dem Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, auch nicht wieder loswurde?

Schon alleine der Titel machte mich neugierig, und als ich die Chance bekam, dieses Buch in einer Leserunde zu lesen, konnte ich nicht widerstehen.
Etwas irritierend ist für mich der Umstand, dass dieses Werk beim Verlag erst für Januar 2016 gelistet ist, ich es aber jetzt schon im Rahmen der Leserunde lesen und rezensieren darf. 
Aus diesem Grunde ist mir der Kaufpreis leider bisher nicht bekannt, wird aber nachgereicht.
Der Grundkern der Geschichte war für mich etwas befremdlich. Die Hauptprotagonisten lebten mit ihrem Sohn in einer Lebensgemeinschaft, allerdings teilten sie nicht das Bett miteinander. Diese Unlust an ihrem Partner versuchte Gesina mit einem ungewöhnlichen Abkommen zu entschärfen. Sie drängte ihren Partner Dirk zu einem Seitensprung und damit begann das Chaos auch schon.
Ich fand das ganze Geschehen etwas gestelzt und unrealistisch. Welche Frau würde ihrem Liebsten schon eine Affaire zugestehen, wenn sie an der Beziehung festhalten möchte?
Ich tat mich mit Gesina etwas schwer, immerhin konnte ich ihre Beweggründe und Verhalten nicht ganz nachvollziehen. Drängte sie Dirk doch in eine Situation, die sie selbst gerne ausleben würde?
Der ganze Ablauf war ein reines Hin und Her, in dem Gesina sich entscheiden musste, was sie wirklich wollte und sich über ihre Gefühle im klaren Werden musste. Gespickt wurde das Ganze mit anderen Protagonisten, die ich zum Teil unglaublich witzig fand, die aber keine größere Beachtung in der Handlung innehatten. 
Das Ende wurde schnell vorhersehbar und so begleitete ich das Pärchen eigentlich nur noch auf seinem Weg in die richtige Richtung. 
Natürlich gab es ein Happy End, allerdings für mich mit einigen Abstrichen. 
Dar das Geschehen aus der Sicht von Gesina geschildert wurde, kamen die Beweggründe von Dirk oft sehr zu kurz. Ich hätte mir des Öfteren gewünscht, den ganzen Ablauf auch einmal aus seiner Sicht zu erfahren.
Letztendlich blieb der weitere Verlauf der Beziehung offen und ließ Platz für eine Fortsetzung über dieses ungleiche Paar.

Eine nette und kurzweilige Geschichte, die zwar zum Nachdenken über Beziehungen anregt, mich aber leider nicht wirklich überzeugen konnte.


Die Autorin lebt mit Mann, Sohn, Hund, Waschbär und Waschmaschine in luftiger Höhe im Oberharz. Bereits als Gymnasiastin fühlte sie sich vom geschriebenen Wort so magisch angezogen, dass kein Text vor ihr sicher war und sie dringend Schreib­maschine schreiben lernen wollte – und dies auch tat. Später wurde sie Rechts­anwalts­fach­angestellte und verbrachte einige Jahre bei großen Kanz­leien in ihrer Heimatstadt Hamburg sowie in Köln, Bonn und London. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Jana Stolberg inzwischen selbstständige Unterneh­merin, u.a. mit einem Schreibbüro für juristische Texte.

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