Rezension "Hatecrimes"

  • Titel: Hatecrimes 
  • Autorin: Christine Bendik
  • Format: pdf-Datei  
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 190 Seiten
  • Verlag: bookshouse (April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • Genre: Young Adult Thriller
  • Preis: 3,99€ (eBook) 11,99€ (P-Book)
 Gute Freunde zu finden, ist schwierig. Besonders als Schülerin an einer neuen Schule. Zwar lebt der zwei Jahre ältere Funkie mit Jenna im Haibacher Forsthaus, doch er entpuppt sich als Langweiler und Stubenhocker. Auch die Verbindung zwischen Jenna und der gleichaltrigen Russin Paula ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Sie sind oft wie Feuer und Eis. 

Da tritt der sechzehnjährige Timo in Jennas Leben. Sie mag die Art, wie er mit Menschen umgeht, wird sein Mädchen und damit Führerin einer Neonazi-Jugendgruppe. Bald übernimmt Jenna die menschenverachtende Haltung Timos und der Kameraden: Ausländer raus, kein Raum für Krüppel, Querdenker, Einzelgänger. Als aber Paula spurlos verschwindet, überwindet Jenna den Fremdenhass, weil sie die Bande der Freundschaft noch spürt. Heimlich begibt sie sich auf die Suche. Was ist mit Paula geschehen? Hat etwa Funkie die Hände im Spiel, der Paula so gar nicht leiden mag? Oder vielleicht sogar Timo?



Der Grundkern dieser Geschichte ist aktuell und brisant, spielt das Thema Rassismus doch immer noch eine große Rolle in unserer Gesellschaft.
Christine Bendik stellt in ihrem Buch beängstigend real dar wie Neonazis unter dem Deckmantel von Jugendcamps und dergleichen, junge Menschen, die sich nach Anschluss sehnen oder aus einem zerrütteten Elternhaus kommen, um den Finger wickeln, indem sie ihnen einen Familienersatz bieten. Wer möchte heutzutage, wo sich jeder meistens nur um sich selber kümmert, nicht Teil einer Gemeinschaft sein, der zusammenhält und für seine Ideale einsteht? Junge Menschen auf ihrer Suche nach sich selbst und einen geeigneten Platz in der Gesellschaft lassen sich doch recht leicht beeindrucken, beeinflussen und formen. Genau dieses nutzen die Fänger der Neonaziszene aus um neue Rekruten anzuwerben und pflanzen so den Keim des Hasses in die Köpfe ihrer Anhänger.
Wie schnell solches menschenverachtendes Denken in Gewalt eskaliert, kennen wir nicht nur aus den Nachrichten. 
In diesem Buch begleiten wir einige Jugendliche, die in diese Hassspirale hineingeraten, dabei wird die Geschichte aus dem Blickwinkel von Tätern und Opfern geschildert.
Das Hauptaugenmerk liegt aber auf Jenna, die sich bereits in den Fängen der Rassisten befindet, jedoch zu zweifeln beginnt, seit ihre russische Freundin vermisst wird und Timo, dem Anführer der juDe.
Die Geschichte könnte so spannend und vielschichtig sein, doch leider fehlten mir einige Aspekte. Ich hätte gerne mehr aus der Sicht des Opfers erfahren und auch der Freund der Verschwundenen kommt mir etwas zu kurz. Zudem machte mir die Geschichte zu große Sprünge von einem Geschehen ins andere. Auf mich wirkte daher alles etwas unausgereift und abgehackt.
Doch das Grundprinzip dieser faschistischen Jugendtreffs und Camps werden so anschaulich beschrieben, das ich diese Lektüre durchaus als pädagogisch wertvoll erachte.

 Eine kurzweilige Geschichte, die der Realität beängstigend nahe kommt und einem einen sehr realistischen Einblick in die Machenschaften der Neonazirekrutierung erlaubt und dadurch für mich durchaus auch für den Schulunterricht sinnvoll wäre.


Mit dem Schreib-Virus ist Christine Bendik seit Kindesbeinen infiziert. Zuerst hat sie Kurzgeschichten, später Heftromane veröffentlicht. Auch beruflich hatte sie viel mit dem geschriebenen Wort zu tun, z. B. als Redakteurin einer Zeitung. Daneben durfte sie, bei Romansuche.de , in die Lektoratsseite hineinschnuppern.
Vor einigen Jahren hat die Autorin schließlich zugunsten ihrer Romane den 'Brotberuf' aufgegeben. Ihre Leidenschaft gilt vor allem Thrillern und Krimis. Ihr Jugendthrillerdebüt ist im Frühjahr 2014 bei bookshouse erschienen.
www.c-bendik.de

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