Rezension "Liebesflair im Linksverkehr

  • Titel: Liebesflair im Linksverkehr
  • Autorin: Jana Stolberg
  • Format: mobi-Datei
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 213 Seiten
  • Verlag: Bookshouse (Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • Genre: Liebesroman
  • Preis: 0,99€ (eBook) 10,99€ (P-Book)


 Silke Lünerau ist Ende zwanzig, erfolgreiche Gerichtsdolmetscherin, und bisher verlief das Leben der Hamburger Spediteurstochter auf gerader Spur. Damit ist jedoch Schluss, als sie auf dem Balkon ihrer lesbischen Nachbarin die Frau zu sehen glaubt, in die sie sich verliebt hat, obwohl sie doch eigentlich auf Männer steht.

Not amused fährt sie mit einer Handvoll Lügen im Gepäck zu ihrem Exfreund nach England. Dort wird mal ein verheirateter Mann, mal der letzte Strafprozess im Rotlicht- und Drogenmilieu zum offiziellen Grund ihrer überstürzten Abreise.
Gezwungenermaßen beginnt sich Silke nach ihrer Ankunft im beschaulichen Brentwood nicht nur für die scheinbare Liebesbeziehung ihrer Nachbarin zu interessieren, sondern bald auch für den deutschen Rettungssanitäter Carlo – nicht ahnend, dass damit alles erst richtig kompliziert wird.


Bei dem Cover kam mir sofort der Gedanke an rosa Wolken und Hochzeit, wegen der zwei süßen Schafe im Cabrio. Doch der Schein kann trügerisch sein.
Die Geschichte begann mit Silkes Flucht aus Hamburg. Der Grund dafür waren die aufkeimenden Gefühle zu einer unbekannten Frau, die sie bei ihrer Nachbarin erblickte. Dass Silke sich zu ihrem Exfreund nach England flüchtete, empfand ich im ersten Moment etwas seltsam.
Das mir als Leserin jedoch gleich darauf die Identität der Unbekannten offenbart wurde nahm mir ein wenig den Reiz. Auch wenn Silke weiterhin unwissend blieb und mit ihren für sie befremdlichen Gefühlen zu einer Frau haderte, war ein wenig die Luft raus.
Da half auch die Liebelei mit Carlo nicht wirklich und geriet zwischenzeitlich sogar zum Nebenschauplatz, weil einfach viel zu viel Drumherum passierte. 
Auch wenn die Geschichte im Grundkern die Sexualität zwischen Gleichgeschlechtlichen, in diesem Fall zwischen Frauen, immer wieder aufgriff und auch übliche Vorurteile behandelte, konnte mich die Thematik in der Umsetzung nicht wirklich überzeugen.
Zusätzlich zu den Liebesproblemen mit ihrem Exfreund, ihrer Zufallsbekanntschaft Carlo und der Unbekannten reihten sich auch noch einige andere Herrschaften in die Geschichte ein und sorgten für so manche Überraschungen, die nüchtern betrachtet etwas überzogen wirkten. 
Als Silke dann nach ihrer Rückreise in die Heimat herausfand, was es mit der Fremden auf sich hatte und das ihre Hamburger Nachbarin sowie Carlo nicht ganz ehrlich zu ihr waren, wurde es nochmals interessant. Die Autorin wartete zwar noch mit einigen Überraschungen auf, aber ein wirkliches Happy End gab es nicht.

 Eine nette Liebesgeschichte mit vielen Verwicklungen und Baustellen, die die Hauptprotagonistin einspannten, jedoch mit einem etwas gewöhnungsbedürftigen Ausgang.


Die Autorin lebt mit Mann, Sohn, Hund, Waschbär und Waschmaschine in luftiger Höhe im Oberharz. Bereits als Gymnasiastin fühlte sie sich vom geschriebenen Wort so magisch angezogen, dass kein Text vor ihr sicher war und sie dringend Schreib­maschine schreiben lernen wollte – und dies auch tat. Später wurde sie Rechts­anwalts­fach­angestellte und verbrachte einige Jahre bei großen Kanz­leien in ihrer Heimatstadt Hamburg sowie in Köln, Bonn und London. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Jana Stolberg inzwischen selbstständige Unterneh­merin, u.a. mit einem Schreibbüro für juristische Texte.

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